Müll, müll und nochmals müll

„Eine neue Art von Denken ist nötig, wenn die Menschheit weiter leben will!“

Danke Albert [Einstein].

Danke für die Weisheit. Du aber hast dich vor Jahrzehnten aus dem Staub gemacht und wir stehen hier im Müll.
Ja im wahrsten Sinne im Müll.

Bei unserer Reise durch Polen, Italien und Montenegro hat sich der achtlose Umgang mit den Hinterlassenschaften schon angekündigt.

Nun in Albanien trifft es uns mit voller Breitseite.
Was nicht mehr gebraucht wird, wird einfach fallen gelassen. Egal ob Bauschutt, Plastikflaschen, Autoreifen, Fensterrahmen, Autoteile. Ganze Müllbeutel, Matratzen und Elektronikgeräte liegen hier im Wald, am Strand oder unweit der Stadtgrenzen auf wilden Deponien.
Wir haben das schon erlebt. In Tansania. In Nepal. In der Mongolei. In Vietnam.

Aber das ist doch Afrika. Das ist Asien.

Das ist weit weg.

Man steigt in den Flieger nach Hause.

Hier lebt man wieder nach bestem Wissen und Gewissen, bei akkurater Mülltrennung und schaut sich die schönen Reise-Fotos an. Die, die den Müll nicht zeigen. Afrika und Asien sind dann noch weiter weg.

Albanien ist jedoch nur 1.000 km von der deutschen Grenze entfernt. Albanien möchte in die EU.

Das ist ganz und gar nicht weit weg.
Eigentlich gibt es hier in Albanien sehr freundliche, hilfsbereite und kindervernarrte Menschen, wunderschöne Berglandschaften und Traumstrände mit türkisem Wasser.

 

Ein Land mit großem Tourismus-Potential.

Aber überall, wo nur Platz dafür ist, steigt man über Müll.

Es ist egal ob Afrika, Asien oder direkt vor der eigenen Haustür. Die eigenen Kinder spielen im Müll und niemanden geht es etwas an. Dieser Müll und seine Mikrobestandteile gelangen in Oberflächen- und Grundwasser, in Nahrungsmittel und damit in uns alle. Und das auf lange, lange Zeit. Diese Kurzsichtigkeit tut weh.
Lieber Albert [Einstein], du hattest so recht. Es gibt so viele Menschen und Organisationen, die kämpfen und aufklären und arbeiten und schuften. Täglich werden es mehr. Und dennoch kommt es mir vor, wie ein Kampf gegen Windmühlen und ich glaube, bei dem was ich bisher gesehen habe, nicht mehr daran, dass ein rechtzeitiges Umdenken jemals erreicht werden kann.

Aber dann kommt mir das bekannte afrikanische Sprichwort in den Sinn:

„Viele kleine Leute, an vielen kleinen Orten, die viele kleine Dinge tun, werden das Gesicht der Welt verändern“

und ich schöpfe wieder ein wenig Hoffnung ...