Bouldern in Bologna

Letzter Besuch: November 2018

In sechs Kilometer Entfernung zur Innenstadt thront vor den Toren  des „UP Urban Climbing“ ein gigantischer Outdoor Kletterturm.

Unserer Recherche nach [Stand Oktober 2018] gibt es in Bologna keine reine Boulderhalle. Das „UP Urban Climbing“ kombiniert [Seil-] Klettern und Bouldern in einer Halle. Die zwei Bereiche sind dabei mit jeweils circa 400 m2 ungefähr gleich groß.

Bis 16 Uhr gibt’s für angenehme 8 € reduzierten Eintritt [danach 13 €].
Acht Schwierigkeitsgrade wollen erbouldert werden. Nach kurzer Zeit wurden wir wieder erinnert an unsere Boulderhallen-Erlebnisse aus Slowenien und Kroatien.
Keine erstzunehmende gerade Wand, nur Schrägen, Überhänge und Tunnel.
Häufig speckige Griffe, deren Farben und damit die ganzen Routen oft nicht mehr unterschieden werden können, weil von oben alle Griffe gleich schwarz verfärbt aussehen.

Zudem verliefen oft gleichfarbige Routen nebeneinander. Bei bspw. drei gelben Routen direkt nebeneinander fällt einem die Zuordnung, welcher Griff wohin gehören soll, schwer.

Manchmal hören Routen auch einfach mittendrin auf. Wie als wäre der/die SchrauberIn nach einer Pause einfach nicht wieder gekommen. Die Bezeichnung der Schwierigkeitsstufen [Baby, Easy, Medium, Difficult, Strong, Very Strong, Hard, Extreme] ist außerdem irreführend. Schon ab der zweiten [!!] Stufe [Easy] braucht es ein ordentliches Maß an Technik, Sprungkraft und häufig eine Portion Mut. Für Anfänger des Bouldersports ist diese Halle daher leider nicht zu empfehlen. Wie so oft in gemischten Kletter-/ Boulderhallen fehlt hier einfach ein wenig die Liebe zum Boulder-Detail.

Man merkt sofort, dass der Fokus in diesen Hallen auf dem [Seil-] Klettern liegt. Die Boulderrouten wirken häufig „dahingerotzt“, damit man einen Boulderbereich anbieten kann. Gerade so als kratze man restliche Griffe zusammen und werfe sie wahllos gegen die Wand.
Insgesamt gibt es im „UP Urban Climbing“ einige „Schmuddelecken“. Im lieblosen Trainingsbereich stapeln sich zwei Meter hoch alte verstaubte Zeitschriften und Kartons. An den Umkleiden und Duschen hingegen ist ganz und gar nichts auszusetzen.

Fazit: Schafft man/ frau es das Entsetzen über die schlechten Routen und die unverhältnismäßigen Schwierigkeitsgrade auszublenden und ungeachtet der Farben „einfach“ zu bouldern, dann kann man auch in dieser Halle Spaß haben, sich am sportlichen Ehrgeiz ergötzen und richtig auspowern. Darauf kommt es ja schließlich auch an. Über der Eingangstür steht diesbezüglich der passende Schriftzug: „Think less, climb more“.