Bouldern in Trondheim

Oder: warum wir selten so enttäuscht wurden . . .

Letzter Besuch: Juli 2018

„…eine der modernsten Boulderhallen Europas… auf 1000 Quadratmetern…“ so wird das "Trondheim Buldresenter" auf seiner Homepage beworben [Stand 08/2018]. Die Fotos sahen dementsprechend vielversprechend aus. Die Vorfreude auf eine richtig gute Halle war riesig.
Die Halle liegt nicht weit außerhalb der Innenstadt und hat zahlreiche kostenlose Parkplätze direkt vorm Eingang. Im riesigen Vorraum [gleicht eher einer Lagerhalle] wird man von allerlei Gerümpel und Müll empfangen. Fast so als hätte man den letzten Sperrmülltermin verpasst.

Am Eingang steht ein Kreditkartenlesegerät bereit, mit einer Beschreibung wie du es bedienen und somit deinen Eintritt bezahlen sollst [Erwachsene 100 nkr, circa 10,50 €]. Das erklärt auch die ungewöhnlichen Öffnungszeiten von 7-23 Uhr an 365 Tagen im Jahr. Personal ist nur am Nachmittag zu den Öffnungszeiten des kleinen Shops für Kletterequipment vor Ort.

Es gibt eine wirklich sehr große Haupthalle mit unzähligen Boulderproblemen für jedes Level [farbliche Skalierung]. Die Wand an sich hat leider keinerlei Grip und ist spiegelglatt. Außerdem sieht man überall die schwarzen Umrisse der ehemaligen Routen. Viele Griffe sind dreckig und teilweise so abgegriffen, dass man nicht einmal mehr die Farbe erkennen konnte. Die kleinen Tritte der fortgeschrittenen Routen waren so speckig, dass einfach kein Halt zu finden war.
Die Routen der Überhänge hingegen waren deutlich weniger abgegriffen und angenehmer zu klettern.

Insgesamt ist in der ganzen Halle ganz schön der „Lack ab“ und die besten Zeiten sind definitiv vorbei. Die Matten sind zerschlissen und manchmal guckt nur noch der Schaumstoff raus. Der Boden ist dreckig, überall liegen kleine Schaumstoffteile. Im eigentlich super toll gestalteten Kinderboulder- und –spielraum lagen alte Brötchen und Pizzastücke, der Staub und Dreck lag auch hier Zentimeterdick. Im Chillbereich mit Hängematte auf der Empore genau das selbe schmutzige Desaster. Die Toiletten sind funktionstüchtig, aber ebenfalls ganz schön abgenutzt und ranzig. Zu allem Überfluss gibt es noch nicht einmal eine Dusche in „der modernsten Boulderhalle Europas“. Ein kleines Kraftareal mit Lang- und Kurzhanteln sowie Ringen und einer Slackline sind vorhanden. Positiv ist zu erwähnen, dass überall Chalk for free rumsteht.

Fazit: Speckige Griffe, eine Wand ohne Grip, kaputte Matten, Dreck und Staub überall, fehlende Duschen. Man könnte meinen das Trondheim Buldresenter habe schon etliche Jahre auf dem Buckel und bräuchte einfach mal eine kleine Sanierung. Überraschenderweise hat das Buldresenter aber erst am 1. März 2016 neu eröffnet. Leute hier muss echt mehr Liebe reingesteckt werden. Schaut euch mal in Helsinki, Salzburg, Wien, Hamburg und Kiel um. DAS sind moderne Hallen. Seltsam. Keine Empfehlung von uns.