Österreich: vom schönen Land und mürrischen menschen

 

Aus Tschechien kommend landen wir quasi direkt in Wien.

 

Wien

 

Tja Wien. Wien. ...

Wie schon im Artikel Vegan in Wien angedeutet, scheint es unmöglich diese große Stadt mit ihren 1,8 Millionen Einwohner in ein paar Sätze zu pressen.

 

Das wichtigste für Auto-Reisende zu Beginn: am Wochenende parkt man kostenfrei in der Stadt. Ein wenig komplizierter wird es jedoch wochentags. Hier benötigt man ein „Parkpickerl“, denn es gibt keine Parkscheinautomaten. „Parkpickerl“ unterschiedlichster Farbe [Parkzeit 30, 60, 90, 120 min] können in Tankstellen oder am Kiosk erworben werden. Hier trägt man selbst die Ankunftszeit ein und legt das „Pickerl“ hinter die Frontscheibe ins Auto. 

 


Wir legen in Wien 15 km, bei schönstem Sonnenschein und mit einer lieben Freundin aus Hamburg, zu Fuß zurück. Vom Augarten [Wiens ältester Barockgarten, Freizeitparadies, perfekt für Sport und Picknicknachmittage], über den weltbekannten Wiener Prater [Vergnügungspark mit Riesenrad] und die Donauinsel [eine 20 km lange künstliche Insel mitten in der Donau] bis ins [touristische] Herz der Stadt. Auf diesem Weg lag auch das sehr sehenswerte, bunte und beeindruckende Hundertwasserhaus. Im Zentrum sind, neben unzähligen wunderschönen Bauwerken, insbesondere der Stephansdom [„Steffl“ für die Wiener] und mehrere Hände voll schicke Pferdekutschen, die auf Kundschaft warten, zu bewundern. Allerdings lohnt es sich hier vom Weg abzukommen und die gepflasterten Seitengassen zu erkunden. Schatten spendend, weniger Touris [an schönen Tagen ist die Innenstadt ziemlich überrannt] und mit Sicherheit viele bleibende, authentische Eindrücke der Stadt, die nicht im Reiseführer zu finden sind.

Wien ist zwar eine riesig große Stadt und damit enorm weitläufig [mit dem Auto ist eine Durchfahrt mit etwas Glück in 60 Minuten zu schaffen], aber eines gibt es hier trotzdem in Hülle und Fülle: Parks, Grünflächen und Wälder. Der nord-westliche Teil der Millionenstadt grenzt zum Beispiel an den gigantischen Wienerwald [von der UNESCO zum Biosphärenpark ernannt]. Hier hat man die Qual der Wahl von welchem der vielen Berge man über die Stadt schauen möchte [und sollte] [z.B. vom Gallitzinberg im Westen oder Kahlenberg, Reisenberg und Nussberg im Norden]. Meist läuft man dabei beim Aufstieg durch idyllische Weinhänge.

 

Belohnen kannst du dich nach und während deines Wien-Trips, mit einem fabelhaften Eis der Eisdiele „Veganista“ [warum es so fabelhaft ist, liest du hier]. Nach all dem Stadtgewusel ist dir nach ein wenig Sport? Dann ab in die Blockfabrik zum Boulderprobleme knobeln!

 

 

Es geht erstmal nach Slowenien

 

Wir verlassen Wien gen Süden, durch die Steiermark [mhmm frisches Kürbiskernöl an jeder Ecke], an Graz vorbei, nach Slowenien und schließlich Kroatien. Wie wir Maribor, Ljubljana und den Triglav Nationalpark fanden, erfährst du hier. [Der Bericht zu Kroatien folgt auch in Kürze.] Übrigens findest du Europas größte Tropfsteinhöhle auch in Slowenien. In beiden Ländern kann man außerdem ganz wunderbar auch draußen bouldern.

 

 

 

Aber wir kommen natürlich zurück

 

Auf dem Rückweg von Slowenien Richtung Deutschland kommen wir wieder durch Österreich und verbringen eine wunderbare Zeit im schönen Salzburg.

Mit seinen knapp 150.000 Einwohnern ist die Mozartstadt durchaus überschaubar und sehr gut an einem Wochenende zu erkunden. [Nichts desto trotz lässt sich hier auch sehr gut deutlich mehr Zeit verbringen.]

 

Eine besondere Schönheit schiebt sich hierbei auf Seiten der Altstadt [die übrigens UNESCO-Welterbestätte ist] immer ins Bild und ist daher [zu Recht] Publikumsmagnet: die Festung Hohensalzburg. Ob du nun den Fußweg antrittst oder in knapp einer Minute mit der Festungsbahn hochdüst, tun solltest du es allemal. Gerade Fans der Stadtbetrachtung von einem höher gelegenen Aussichtspunkt kommen hier auf ihre Kosten, denn der Aus- und Überblick -weit über Salzburg hinaus- ist sagenhaft.

 

Apropos Ausblick: wie schon in Wien, hast du diesen natürlich auch naturnaher von den umliegenden Bergen, wie zum Beispiel dem 636 Meter hohen Kapuzinerberg im Osten.

 

Zum typischen aber lohnenswerten Touri-Programm gehört natürlich auch das Schlendern durch die, parallel zum Fluss Salzach verlaufende, Getreidegasse in der Altstadt. Hier kommst du unweigerlich an des Wunderjunges [W.A. Mozart] Geburtshaus [Getreidegasse 9] vorbei und nur mit Glück kannst du ein Bildchen ohne Menschenmenge schießen. Die zahlreichen eisernen Zunftzeichen an den schmalen Häusern prägen maßgeblich das Bild der Getreidegasse.

 

Auf deinem Weg zum kulinarischen Abschluss deiner Städtetour [hier entlang zum GustaV], kommst du direkt am Schloss Mirabell und dem hübschen Mirabellgarten vorbei und auch der monumentale Sebastiansfriedhof mit Familie-Mozarts Grabstätte [allerdings ohne Wolfgang Amadeus, denn der liegt in Wien] ist einen Rundgang wert.

 

Nach diesem laufreichen Tag solltest du eine Auszeit in der Vertikalen einplanen: in Salzburg findest du eine unfassbar gut durchdachte und riesige Boulderhalle mit sehr netten Menschen und gutem Essen.

 

 

Nun denn Österreich, vorerst verabschieden wir uns von dir. Landschaftlich, städtearchitektonisch und [pflanzen-] kulinarisch hinterlässt du echt einen spitzen Eindruck. Aber mannomann ihr lieben ÖsterreicherInnen was sind denn das für Umgangsformen? Differenziert betrachtet wäre es unsensibel die BewohnerInnen unseres südlichen Nachbarlandes alle über einen Kamm zu scheren… ABER: an verschiedenen Orten im Land, zu verschiedenen Tages- und Monatszeiten, in verschiedenen Situationen sind wir gewollt und ungewollt mit euch in Kontakt gekommen. Als stinknormaler und gut erkennbarer Touri, als Café-BesucherIn, als Lebensmittel-KonsumentIn, als VerkehrsteilnehmerIn oder als Prellbo[ö]ckIn. Im besseren Sinne berschreibe man den euren menschlichen Umgang als heißblütig und stolz. Im schlechteren Sinne als mürrisch, übellaunig und oft herablassend. Wir glauben [und hoffen vor allem], dass ihr es oftmals nicht so meint oder einfach mal einen schlechten Tag habt, aber als TouristIn, der/ die vernarrt ist in euer wunderschönes Land, fühlt es sich mitunter nach Nicht-Willkommen-Sein an.