norwegen - Fjell, Fjord, Weidenröschen

Oslo - Bergen - Ålesund -Trondheim - Lofoten - Senja -Tromsø

 

Wir erreichen Norwegen über die E18 aus dem wunderbaren Schweden kommend, wo wir die letzten zwei Wochen fast ausschließlich an den zahlreichen Seen verbracht haben.
Eines der ersten Dinge was uns in Norwegen begegnet: Mautstationen. Überall. Nach dem Bau einer Straße, eines Tunnels oder einer Brücke, wird so lange automatisch Maut erhoben, bis das Bauprojekt zu einem angestrebten Teil refinanziert ist. Danach werden die Videokameras zur Nummernschilderkennung wieder abgebaut. Dabei wird die Anzahl der Messstationen und die Höhe der Maut von der jeweiligen Kommune festgelegt. Beides differiert von Kommune zu Kommune. Als Reisende(r) sind die Stationen kaum zu umfahren und die anfallenden Kosten nur schwer zu kalkulieren. Vor allem im Süden Norwegens sind die Messstationen sehr zahlreich. Gen Norden werden sie aber deutlich seltener, und oberhalb von Trondheim sogar verschwindend gering.
Ein paar Wochen nachdem man die letzte Mautstation durchfahren hat, erfährt man dann per Post nach Hause die Höhe des zu überweisenden Maut - Betrages.

 

Oslo

Für uns gehts direkt in die Hauptstadt des Landes.
Oslo empfängt uns mit 50 nkr [ca. 5 €] Stadtmaut. Um das steigende Verkehrsaufkommen der [Innen-] Stadt fern zu halten, ist Oslo dutzende Kilometer weit komplett untertunnelt. Zwischen den Häuserschluchten geht’s plötzlich rein in das Tunnellabyrinth, wo sich zeitgleich der Empfang jeglicher Navigation verabschiedet. Als Ortsfremde verbringen wir in den drei Tagen die ein oder andere Zeit umherirrend im Tunnelsystem. Wenn man eine Abfahrt verpasst, dauert es eine ganze Weile bis die nächste Ausfahrt zum Wenden kommt.

Oslo liegt direkt am Fjord und ist großräumig von Wald umgeben. Das verschafft Norwegens Hauptstadt eine erholsame Naturkomponente für die circa 1,5 Mio im Großraum Oslo lebenden Menschen [entspricht circa ein Drittel der norwegischen Gesamtbevölkerung von 5,3 Mio].
Oslo [vormals Christiania] gehörte übrigens bis Anfang des 19. Jahrhunderts zu Dänemark und stand deshalb lange im Schatten Kopenhagens.

Oslo ist nicht sehr skandinavisch, wie wir finden. Viele hohe Gebäude und große parallel verlaufende Straßen bestimmen das Stadtbild. Eine Großstadt eben. Dennoch ist es eine sehr sehenswerte Hauptstadt mit einer langen Fußgängerzone [Karl Johans Gate] vom Bahnhof bis zum pompösen klassizistisch königlichen Schloss reichend. Im idyllischen und frei zugänglichen Schlossgarten sonnen sich die Menschen und die Kinder spielen verstecken. Auch sonst lassen sich zugleich imposante und hübsche Bauwerke, wie die Festungsanlage Akershus, das Parlament oder die moderne gläserne Oper bestaunen. Letztere hat ein riesiges begehbares Dach, von wo aus man gut den Blick über die Stadt schweifen oder auch mit einem Heißgetränk der Wahl pausieren kann. Die Festungsanlage wird uns in besonderer Erinnerung bleiben, denn hier machte unser Gemüsezwerg seine ersten eigenen Schritte [an Papas Hand].

Das Rathaus ist architektonisch eher . . . sagen wir „besonders“. Hübsch ist hier nicht das passende Adjektiv. In diesem Klotz der 1930er aus rotem Backstein wird der alljährliche Friedensnobelpreis verliehen. Das ist deswegen erwähnenswert, weil alle anderen Nobelpreise im schwedischen Stockholm verliehen werden.

Apropos Schweden: zur Zeit unseres Oslo Aufenthaltes prägen tausende Schweden-Sympathisanten mit Trikots und Fahnen das Stadtbild, denn im Zuge der Fussballweltmeisterschaft spielte an diesem Tage Schweden gegen England [Leider das WM-Aus für Schweden]. Die schwedische Nationalhymne vibrierte durch die Straßen Oslos, als ca. 18.000 Schwedenfans im „Kontraskjæret-Park“ das Spiel feierten.

Der besuchte Waschsalon ist übrigens der teuerste unserer bisherigen Reise [7 € Wama, 10 € Trockner]. Beim Geruch der frischen Wäsche ist das aber schnell vergessen.
Hervorragende Pflanzenkost gibts in Oslo auch zu genießen. Das Café „Nordvegan“ ist dabei nur eines der sehr zahlreichen veganen Optionen.
In Oslo lassen sich viele Lebensvorstellungen vereinen: Großstadtflair, Sandstrände am Meer in unmittelbarer Nähe sowie Berge und Wälder zum Wandern im direkten Umland. Dazu die tolle Lage  am Oslofjord. Oslo ist definitiv eine Reise wert!

Empfehlung: Stadtrundgang mit Parken im Zentrum am besten Sonntag früh. Denn Sonntags gibt´s keine Parkgebühr [sonst mindestens 2,50/h, bei max. 2h Parkdauer] und die Touristen Reisebusse werden erst ab ca. 10 Uhr in der Stadt ausgekippt.
P.S. Bouldern waren wir NATÜRLICH auch in Oslo!!

 

Quer durchs Land an die Westküste

Oslo ist schön, aber Norwegen ist groß und in den nächsten Wochen haben wir noch einiges vor. Also geht’s quer durch das Landesinnere an die Westküste nach Bergen. Auf dem Weg dorthin bekommen wir einen ersten richtigen Eindruck von der fantastischen Ursprünglichkeit Norwegens. Zwei Drittel des Landes bestehen aus Gebirgen und Hochebenen [Fjell], 25 - 40 % [je nach Quelle] des Landes ist bewaldet. Die Vielfalt der Landschaften aus schroffen Bergen, dichten Nadelwäldern, unzähligen glitzernden Seen und Flüssen, sowie mächtigen Tälern zwischen den Gebirgen ist beeindruckend. Wenn es windstill ist, spiegelt sich die bergige Kulisse auf der glatten Wasseroberfläche und ergibt ein sagenhaftes Panorama.
Auf dem Weg gen Westen passieren wir den majestätischen Plateaugletscher „Hardangerjøkul“, welcher mit den Bedingungen in Arktis und Antarktis vergleichbar sein soll. Wir probieren es nicht aus.

Etwas westlich vom Gletscher besuchen wir auf dem traumhaft schönen und zudem größten Hochplateau Europas [Hardangervidda] den Wasserfall „Vøringsfossen“ [Fallhöhe 183 Meter]. Die Berglandschaft ist atemberaubend und die Serpentinen schlängeln sich bergauf und bergab durch unzählige Tunnel hindurch. Nach einer Fahrt am mächtigen „Hardangerfjord“ entlang, erreichen wir den Wasserfall „Steinsdalsfossen“. Wie auch beim isländischen „Seljalandsfoss“, kann hinter dem „Steinsdalsfossen“ entlang gegangen werden.

 

Bergen - die zweitgrößte Stadt Norwegens

Bergen liegt wunderbar am Fjord, an der Westküste Norwegens. Die Hafenstadt ist von sieben Hügeln umringt. Auf einen, den Løvstakken, kraxeln wir über Geröll und Wurzelwerk steil hinauf. Ein Einheimischer verrät uns einen Schleichweg, ansonsten hätten wir den letzten Teil mit Kind in der Kraxe nicht bewältigen können. Wir werden belohnt: Blick auf Bergen im Morgennebel. Allein. Stille. Genau der richtige Moment der Ruhe nach 100 spannenden, vielfältigen aber teils auch anstrengenden Reisetagen.

Das gemütliche Bergen erkunden wir noch am selben Nachmittag. Die Cafés sind voll mit Menschen und die Stadt wirkt jung und lebendig. Das Stadtzentrum ist von überschaubarer Größe und daher gut an einem Tag zu durchstreifen. Hinter dem geschäftigen Naturhafen mit seiner berühmten Hafenpromenade „Bryggen“ [UNESCO-Weltkulturerbe] finden wir, bei der Flucht vor den Menschen-Massen, ein herrliches Viertel aus weißen Holzhäusern, engen Gassen und schmalen Treppen. Reich bepflanzte Blumenkübel, Kaffeeduft, harmonische Stille. Hier lässt es sich wunderbar wandeln und entspannen.

Bergen war uns als regenreichste Großstadt Europas mit zwei von drei Tagen Sonnenschein überaus wohl gesonnen. Nur mit dem Bouldern wollte es nicht so recht klappen.

 

Keine Westküste ohne Fähren

Bergen hinter uns lassend geht’s immer an der Westküste entlang Richtung Norden, mit Blick auf tausende Streuselkuchen-Inseln vor der Küste, entlang wundervoller endloser Fjorde, mit strahlend blauem Wasser. Gesäumt von tiefgrün bewaldetem Fels. Das Straßennetz ist hier oft durch Fähren ersetzt, denn Brücken gibt es kaum. Etwa zehn Euro zahlen wir für Auto und zwei Personen [Babys reisen kostenfrei] für jede Fähre. Das summiert sich schnell, ist aber die einzige und schönste Möglichkeit die Küste hautnah zu erleben. Alternative Routen führen durch das Landesinnere. Zudem ermöglicht die entschleunigende Fähre in Ruhe auf dem Wasser treibend die tolle Fjordlandschaft zu genießen. Und wenn man genau hinschaut und etwas Glück hat, begrüßt einen sogar die Flosse eines Wals.

 

Ålesund und Trondheim

Im kleinen, vom Jugendstil geprägten, schnuckeligen, aber recht touristischen Küstenstädtchen Ålesund gibt’s für uns eine lang ersehnte Bouldereinheit [Bouldern in Ålesund]. Zudem finden wir hier einen wunderbaren einsamen Schlafplatz direkt am Wasser, mit traumhaften Sonnenuntergängen. Wieder einmal ist die Landschaft einfach nur atemberaubend, geprägt durch unzählige Fjorde sowie Insel- und Bergketten.

Auf dem Weg gen Trondheim machen wir einen Abstecher zur bekannten Atlantikstraße [Atlanterhavsvegen]. Hier sind unzählige schroffe Inselchen und Schären durch acht Brücken miteinander verbunden. Eine dieser Brücken sieht, je nach Blickwinkel, wie eine verschlungene Achterbahn aus.

Uns zieht es, auch aufgrund unzähliger Wohnmobile, weiter gen Norden. Dabei nutzen wir eine der „modernsten Boulderhallen Europas“ [Trondheim] als Zwischenstop. Warum wir boulderbezüglich in Trondheim mächtig enttäuscht wurden, liest du hier [Bouldern in Trondheim].

Bodø heißt das nächste Ziel, ist circa 700 km von Trondheim entfernt und daher mit unserem kleinen Rumpelrabauken nur innerhalb von drei Tagen zu erreichen. Wir fahren meist wenn Rumpelrabauke seinen verdienten Mittagsschlaf hält. So kommen wir am Tag, je nach Straßenverhältnissen, zwischen 30 und 200 km weit. Wir rollen zur Abwechslung mal nicht am Meer entlang, sondern durchs Landesinnere über die wunderschöne Straße E6. Dunkelgrüne Nadelwälder, schroffe Felsen am Straßenrand, als würden wir mitten durch die Silfra Spalte fahren. [Du fragst dich was die Silfra Spalte ist? Dann schau mal hier]

Immer wieder auch saftig grüne Wiesen mit lila Weidenröschen soweit das Auge reicht. Natürlich auch Seen und Täler mit eiskalten Flüssen von den mit Schnee bepuderten Bergketten. Und das alles bei hochsommerlich wolkenlosem Himmel.

Wir passieren den Polarkreis, nachdem wir uns etliche Höhenmeter hinauf geschraubt haben. Anhand der spärlichen und eher bodendeckenden Vegetation sind die harten Witterungsbedingungen hier oben gut erkennbar. Am Polarkreis lernen wir zwei entzückende Münsteraner kennen, Tanja und Marco. Wir werden uns in Norwegen noch ein paar mal zufällig über den Weg laufen. Eine äußerst angenehme Begegnung mit enorm netten und aufgeschlossenen Menschen ähnlicher Wellenlänge.

 

Die Lofoten zum Greifen nah - Fähre Bodø - Moskenes

Ehe wir uns versehen stehen wir in Bodø in der Warteschlange zur Fähre nach Moskenes [Lofoten]. Nach vier Stunden Warten auf Asphalt in praller Sonne, wird der Bauch der 19 Uhr Fähre nach dem Auto vor uns, also direkt vor unserer Nase, geschlossen. Auf Nachfrage teilt man uns mit, dass die Fähre voll sei und die nächste um 23 Uhr fahren würde. Aber eigentlich wisse man letzteres auch nicht so genau, da diese Fähre vermutlich kaputt ist. Unser schon gelöstes Ticket würde aber Gültigkeit behalten. Die Ersatzfähre um 1 Uhr fällt schließlich ebenso aus. Letztendlich verbringen wir eine Nacht direkt am Hafen und rollen am nächsten Morgen um 6 Uhr endlich auf die Fähre. In der Warteschlange treffen wir erneut Tanja und Marco. Aus einem kurzen „Hallo“ wird ein mehrstündiges Gespräch bis in die Nacht hinein - wunderbar. 

 

Lofoten - ein wahr gewordener Landschaftstraum

Gut drei Stunden dauert die Überfahrt auf die Lofoten und trotz trübem Wetter bei Ankunft, bekommen wir sofort einen Eindruck von der Schönheit dieser Kette aus zahlreichen großen und kleinen Inseln. Wir denken es ist eine gute Idee nach Ankunft erst einmal nach Südwesten, in das fünf Kilometer entfernte Örtchen „Å“ zu fahren, um in Ruhe auf den Lofoten anzukommen. So denkt scheinbar auch die Mehrheit der ankommenden und abreisenden Touristen. Somit ist der allerletzte Ort der Inselkette alles andere als ruhig und stattdessen vollgestopft mit Wohnmobilen. Hier treffen wir erneut auf Tanja und Marco.
In den nächsten Tagen schlängeln wir uns auf der schmalen Hauptstraße E 10 von Insel zu Insel weiter in Richtung Norden. Immer an der Küste entlang, am Fuße spitzer oder anderweitig skurril geformter Bergketten. Kleine Fischerdörfer schmiegen sich in die Buchten und manche sehen mit ihren typischen roten und gelben Häuschen aus wie [unbewohnte] Museumsdörfer [Paradebeispiel: Reine].

Am Strand von „Flakstad“ treffen wir das erste Mal auf die Kombination aus schneeweißem Sandstrand, türkisblauem Meer und der spitz-bergigen Kulisse, die sich in der glatten Wasseroberfläche spiegelt. Unzählige Fotos entstehen in dieser unfassbar schönen Landschaft. Zu diesem Zeitpunkt ahnen wir noch nicht, dass es uns in den kommenden zwei Wochen auf den Lofoten täglich mehrfach die Sprache verschlagen wird.

Das Wandern auf den Hochplateaus und Gipfeln bei Ballstad, Uttakleiv, Hov und Svolvaer offenbart einmalige Aussichten. Die Lofoten sind ein Wanderparadies. Allerdings muss man hier relativieren. Am Anfang geht es steil hinauf, oft auf felsigem und/oder unwegsamen Untergrund, gefolgt von [etwas] flacheren Passagen zum Gipfel. Die Routen sind eher von kurzer Dauer und Wegstrecke, allerdings aufgrund

des steinigen und/oder sandigen Untergrundes oft so anspruchsvoll, dass wir manches Mal mit Kind in der Kraxe umkehren müssen. Der Schwerpunkt der Kraxe liegt so weit oben, dass man schnell das Gleichgewicht verlieren kann. Nicht selten sind auch Kletterpassagen über kleine Felsen dabei. Sarah hat dennoch alleine einige der bergigen Schmuckstücke erklommen und träumt noch heute von phänomenalen Aussichten.

Wenn wir nicht die Berge hinauf kraxeln, genießen wir den skandinavischen Sommer an langen weißen Sandstränden oder einem der unzähligen Seen. Es lässt sich kaum in Worte fassen wie schön es ist sich vor der bergigen Kulisse der Lofoten bei blauen Himmel in einem stillen und warmen See auf dem Rücken liegend treiben zu lassen.

Während unserer Zeit auf den Lofoten begegnen uns viele Familien mit Säuglingen. In Hov treffen wir auf die unfassbar netten und vor Lebensfreude strahlenden Katharina und Jörg mit ihrer Tochter. Nach einem kurzen Erstbegegnungsplausch entscheiden sie sich noch einen Tag zu bleiben. Rumpelrabauke freut sich über eine gleichaltrige Spielgefährtin und wir uns über eine sehr schöne, lustige und gesprächige Zeit mit den beiden.  Am Haukland Strand bei Uttakleiv lernen wir Paul, Carina und ihre kleine Tochter kennen [vanderers_]. In Å treffen wir auf Wiebke und Sabine mit ihren beiden Söhnen. Sehr nett waren auch die Begegnungen mit Janis [bluebustravels] und Nils [fischnils]. Alle haben ähnliche Vorhaben mit mehrwöchigen, teils ebenso mehrmonatigen Reisen durch Europa. Die Routen überschneiden sich, das Gedankengut ebenfalls.

In vielerlei Hinsicht haben uns die Lofoten nachhaltig beeindruckt und gehören zu den Highlights unserer Nordeuropa Tour. Das Meer strahlt blau, der weiße Sandstrand glitzert in der Sonne, die spitzen bemoosten Berge im Hintergrund - was für eine Kulisse.

 

Tschüss Lofoten - Hallo Insel Senja

Wir verlassen die Lofoten Richtung norwegischem Festland, wo die Berge weniger skurill, die Streuselkuchen - Inseln vor der Küste weniger und die Städte wieder größer werden.
Bevor es über Tromsø nach Finnland geht, machen wir einen kleinen Abstecher über die Insel Senja. Nicht minder wundervoll als die Lofoten, aber deutlich weniger von Touristen überschwemmt. Die Landschaft ist hier noch absolut wild und unangetastet. Der [Wald-] Boden ist weich wie Samt und von Moos, Blaubeersträuchern und Farnen eingenommen. Im Westen beeindrucken sagenhafte Fjorde, weiße Sandstrände und erneut das liebgewonnene türkisblaue Meer.

 

Tromsø - nördlichste Universitätsstadt der Welt

Tromsø mag Superlative: nördlichste Universitätsstadt der Welt, größte Stadt nördlich des Polarkreises und flächenmäßig größte Stadt Norwegens [allerdings nur knapp 72.000 Einwohner]. Tromsø liegt auf einer Insel, ist aber über eine Brücke mit dem Festland verbunden. Aufgrund seiner exponierten Lage zum Nordpolarmeer [Europäisches Nordmeer] dürfte es eher Ausgangspunkt und/ oder Zwischenstop für Schiffsreisende, als das Must-See bei Städtetrips sein. Die Innenstadt wirkt architektonisch uneinheitlich. An postsowjetische Zeiten erinnernde Gebäude stehen hier neben roten, weißen oder gelben Holzhäusern und Gebäuden aus Backstein, Beton oder solchen mit Fliesen verkleidet. Das geheime Highlight unseres Tromsø Besuchs ist das Sivertsen Kafé [Vegan in Tromsø].

 

Norwegen - das wars

Von nun an gehts Schlag auf Schlag. Entlang des traumhaft schönen Tromsøfjord gehts noch am selben Tag bei Kilpisjärvi über die Grenze nach Finnland.
Wir sind wehmütig. Der Abschied fällt uns nicht leicht. Denn Norwegen hat uns stark beeindruckt. In einem ganzen Monat haben wir das Land von Süden nach Norden durchstreift und würden sofort und jeder Zeit wiederkommen. So viele unterschiedliche Ecken gibt es hier noch zu erkunden. Jede strotzt nur so vor individueller Besonderheit und atemberaubender Schönheit.

Wie auch in Island kommen jährlich mehr und mehr Touristen nach Norwegen, aber dank der Größe des Landes, bei vergleichsweise wenig Einwohnern, und des „Jedermannsrechtes“ hat man [bei Bedarf] sehr gut die Möglichkeit in völliger Einsamkeit zu reisen und zu rasten. Norwegen - ein fantastisches Land.

Der/ die NorwegerIn an sich ist zurückhaltend, etwas rau und bleibt lieber unter sich. Die Kontaktaufnahme mit den Einheimischen ist daher etwas schwierig. Wenn wir mit jemandem locker ins Gespräch kamen, waren es zumeist Einwanderer und keine NorwegerInnen. Ein Deutscher, der seit fast zwei Jahrzehnten in Norwegen lebt, erzählt uns in Tromsø wie der echte Norweger tickt.