Wunderschönes Slowenien

 

Wie bereits im Bericht zum zweiten Land [Österreich] unserer Reise angekündigt, führt uns diese nachfolgend von Wien über die Steiermark ins wunderbar grüne und überaus freundliche Slowenien. 

 

Maribor

Aus Richtung Graz kommend, landet man im Nordosten des Landes zunächst im hübschen 116.000 Einwohner zählenden Maribor am Fluss Drava. In der sehr überschaubaren, aber schönen und lebendigen Altstadt geht es weniger ums abklappern der [laut Reiseführer] sehenswerten Ziele, sondern eher ums Treiben lassen. Sehr gut zu beginnen ist hiermit am Ufer der Drava mit Blick auf den -mit 400 Jahren- ältesten Weinstock der Welt [Stara trta]. [Jährlich werden knapp 50 kg Trauben geerntet und zu einem exklusiven [Wein-] Tröpfchen vergoren.] Anschließend wandelt man durch kleine Gässchen, bestaunt Kathedrale und Basilika und freut sich über die Lebendigkeit und Freundlichkeit der Stadt. Die Cafés sind vor allem voll mit entspannt wirkenden Einheimischen. Touristen sind nur in überschaubarer Menge und Gruppengröße anzutreffen. Mit Maribor gelingt der slowenische Reiseeinstieg garantiert. Apropos Einstieg bzw. Aufstieg: auch in Maribor lässt es sich hübsch bouldern. Nach diesem vielseitigen Tag hast du dir einen pflanzlichen Schmaus bei Loving Hut, etwas außerhalb der Stadtmitte, verdient. 

 

 

Kaum in Slowenien angekommen, geht es für uns, nach diesem schönen Tag in Maribor, auch schon wieder raus und zwar weiter Richtung Kroatien, genauer Zagreb. In Kroatien erleben wir, dass das in der jüngeren Vergangenheit durch Krieg gebeutelte Land, auch außerhalb der touristischen Inseln unheimlich bereisenswert ist. Entlang der bosnischen Grenze erkennt man noch an vielen Häusern die Einschussstellen, was uns, da mitten in Europa, quasi fast vor der Haustür, sehr nachdenklich stimmt.

 

Piran  

Nach acht wunderbaren Tagen in Kroatien kehren wir von der istrischen Halbinsel kommend, nach Slowenien zurück und steuern direkt das schnuckelige Piran, an der [kurzen] slowenischen Adriaküste, an. Vom Platz vor der Georgskirche hat man einen tollen Blick über die, auf einer Landzunge gelegene Stadt, mit seinen roten Dächern, kleinen Gärten und Dachterrassen. Am Ende der Landzunge schimmert die Adria mit zahlreichen weißen Segelbooten im Sonnenlicht und noch weiter dahinter blitzt schon die italienische Küste auf. Hier wandeln wir, von der brennnenden Sonne begleitet, durch enge Kopfsteinpflastergassen mit bunten Fensterläden. Die zwischen den Häusern gespannten Wäscheleinen lassen die Stadt nur noch authentischer wirken. Piran ist einfach wundervoll und unbedingt [auch als Halbtagesausflug] besuchenswert.

 

 

Grotte von Postojna

 

Vom südwestlichsten Zipfel Sloweniens geht’s nun wieder ins Landesinnnere Richtung Hauptstadt Ljubljana. Auf diesem Weg halten wir in Postojna und besuchen die größte Tropfsteinhöhle Europas [Postojnska jama]. Der Eintritt ist mit 25,80 € pro Erwachsenem recht stattlich. Hinzu kommen [je nach Größe des fahrbaren Untersatzes] 5-10 € Parkgebühr. Selbst für unseren kleinen Gemüsezwerg [zu dieser Zeit 7 Monate alt] müssen wir 1 € Eintritt bezahlen.

Mit der ratternden Höhlenbahn geht’s innerhalb von zehn Minuten tief in den Berg hinein. Circa 20 km Höhlensystem mit den fantasievollen Stalaktiten [von oben hängend], Stalagmiten [auf dem Boden stehend] und Stalagnaten [zusammengewachsen] sind für Touristen zugänglich. Übrigens dauert es 100-400 Jahre,    ehe 1 cm Tropfstein, in den unterschiedlichsten Farben -je nach darüber liegendem ausgewaschenem Bodenmineral- gewachsen ist. Das Wahrzeichen und auch Logo der Grotte sind zwei mächtige Stalagmiten direkt nebeneinander, der eine rein weiß, der andere rötlich. Im darüberliegenden Erdreich müssen also zwei Mineralien direkt nebeneinander liegen, aber dennoch getrennt. Einen imposanten Ballsaal mit Kronleuchtern und ein Theater gibt es in der Postojna Grotte auch zu bestaunen. Am Ende der Tour ist die Begeisterung über solch eine Meisterleistung der Natur riesig und somit rückt die finanzielle Überraschung vom Beginn etwas in den Hintergrund.

Neun Kilometer nördlich der Grotte liegt die Höhlenburg von Predjama. In der geschichtlichen Vergangenheit oft umkämpft, ist sie heute ein weiterer touristischer Höhepunkt Sloweniens.

 

 

Ljubljana

Von Postojna aus ist das circa 290.000 Einwohner große Ljubljana nur noch ein Katzensprung. Ljubljana besticht durch ein bezauberndes Stadtbild. Der schöne Preserenplatz liegt direkt im Zentrum und hier angrenzend finden sich gleich mehrere Wahrzeichen der Stadt, wie z.B. die rötliche Franziskanerkirche und die drei Brücken. In den lebhaften Straßen parallel zum Fluss Ljubljanica findest du zahlreiche kleine Cafés, Handwerksläden und Ateliers. Unbedingt einplanen solltest du auch einen Spaziergang hoch zur Burg, von wo aus man einen wundervollen Ausblick über die Stadt und ihre „tentakeligen“ Ausläufer in die umliegenden Täler genießen kann. In scheinbar greifbarer Nähe leuchten die schneebedeckten Gipfel der Julischen Alpen und bilden eine imposante Kulisse. Mehrere mehr oder weniger steile Wege führen hier hinauf zur Burg. Mit einer gläsernen Bergbahn kann man die Strecke auch in unter einer Minute absolvieren [jedoch wesentlich weniger idyllisch und entschleunigend]. Ljubljana ist eine beschauliche aber wunderschöne Hauptstadt mit einem jungen Flair, die man unbedingt besucht haben sollte.

Ach und wie sollte es auch anders sein: in Ljubljana lässt es sich auch ganz herrlich bouldern.

 

 

 

 

Triglav Nationalpark

Als leider schon letztes Ziel auf unserer Slowenien Reise stand der Triglav Nationalpark auf dem Plan, welcher direkt im Drei-Länder-Eck Slowenien-Italien-Österreich zu finden ist. Vorbei am sehr touristischen Bleder See, geht’s direkt weiter zum etwas ruhigeren Bohinj See. Hier kostet die Parkstunde gleich mal 1,50 €, aber ausgleichend wird man belohnt mit einem wundervollen Seeblick. An manchen Stellen des Sees könnte man meinen, in der Karibik gelandet zu sein, so weiß sind die Steine am Ufer und so klar funkelt das eiskalte Seewasser im Sonnenschein. Kleine Bänke stehen an den richtigen Stellen um den Ausblick auf See und Julische Alpen zu genießen. Manchmal kann man währenddessen sogar mit den Beinen im Wasser „baumeln“.

 

Der weitere Weg ins Städtchen Tolmin ist „serpentinig“ und geht bis auf 1600 m in den Schnee hinauf. In Tolmin treffen wir das erste Mal auf den atemberaubend türkisen Fluss Soca. Diese Fotos darf man eigentlich keinem zeigen, so unecht wirkt die knallige Wasserfarbe. Direkt am Fluss entlang, gelangt man ins circa eine Stunde entfernte Bovec. Hier genießen wir eine entschleunigende Wanderung zum „Slap Virje“ Wasserfall. Vor der mächtigen Geräuschkulisse, des unaufhörlich in die Tiefe stürzenden Wassers, lässt es sich herrlich pausieren, bevor man den circa einstündigen Rückweg antritt.

 

Der letzte Tag in Slowenien führt uns durchs sagenumwobene Soca Tal hinauf zum Vrsic Pass, um schließlich bei Villach in Österreich zu landen. Im Soca Tal begleitet uns noch eine Weile der türkis schimmernde Soca Fluss und immer wieder gibt es Hängebrücken aus Holz. Diese sehen so aus, als sollte man sie nicht mehr betreten. Tu es trotzdem, du wirst es nicht bereuen! 

 

 

Slowenien: ein wundervolles Land mit tiefen Tälern, dichten Wäldern, glasklaren Flüssen, sehenswerten Städten und vor allem unfassbar netten und hilfsbereiten, freundlichen Menschen. Unser Weg nach Bled wäre zum Beispiel fast an einer Straßensperre, der einzigen direkten Zufahrtsstraße gescheitert, als plötzlich eine nette Frau neben uns anhält und uns in gebrochenem Deutsch-Englisch vermittelt, wir sollten ihr nur folgen, sie zeige uns einen Weg. Nach etlichen Kilometern auf Schleichwegen durch Wald und über Feld, kamen wir schließlich am usprünglichen Ziel an. Du wunderbares Slowenien, wir kommen wieder und erzählen in der Zwischenzeit überall unsere schönen Geschichten über dich.